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Burgen, Schlösser und Ruinen

Klosterruine Rosenthal - St. Maria

67304 Kerzenheim, Deutschland

Das Kloster wurde 1241 durch Graf Eberhard IV. von Eberstein (frühere Zählung Eberhard II.), Burgherr zu Stauf, und seine Gemahlin Adelheid von Sayn gestiftet. In der Mainzer Stiftsfehde (1461/62) wurde der Konvent unter der Äbtissin Anna von Lustadt († 1485) in Mitleidenschaft gezogen. Ende des 15. Jahrhunderts ließ ihre übernächste Nachfolgerin Margaretha von Venningen († 1505) die Klosterkirche im Stil der Spätgotik umbauen, wobei auch der markante Fialturm entstand. Im Pfälzischen Bauernkrieg, während der Amtszeit von Äbtissin Barbara Göler von Ravensburg († 1535), plünderte und verwüstete man 1525 das Kloster, es konnte jedoch weitergeführt werden; bis schließlich 1572 die 14. Äbtissin, Elisabeth von Geispitzheim, im Zuge der Reformation alle Rechte an den damaligen Landesherrn Graf Philipp IV. von Nassau-Saarbrücken abtrat. Dieser hatte schon vorher die Aufnahme neuer Schwestern untersagt und auf eine Schließung des Konvents gedrängt. Er löste das Kloster auf, brachte den Besitz an sich und setzte einen weltlichen Schaffner zur Verwaltung und Bewirtschaftung des Grundbesitzes ein. In der Folgezeit dienten die Klostergefälle den wechselnden Linien des regierenden Hauses Nassau als Einnahmequelle. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges setzte Kaiser Ferdinand III. den Zisterzienserorden wieder in seine Rechte ein. Unter der Äbtissin von Königsbruck wurde Rosenthal im Frühjahr 1646 wieder von Nonnen besiedelt und die Anlage renoviert.  1794 beschlagnahmten die Franzosen den Besitz und versteigerten ihn in Teilen. Es siedelten sich dort Mennoniten an, bewirtschafteten die ehemaligen Klostergüter weiter und bewohnten die Klostergebäude, die sie unter den Familien aufteilten. Die Kirche diente ihnen als Steinbruch und man begann, sie im Chorbereich abzureißen. Der Bayerische Staat gebot dem Zerstörungswerk Einhalt, indem der Landrat des Bezirksamtes Kirchheim die Kirchenruine 1851 zugunsten des Historischen Vereins der Pfalz und der bayerischen Bezirksregierung in Speyer aufkaufte. 1863 ging sie in den Besitz des damaligen Rosenthaler Vereins über und heute betreut der Historische Verein Rosenthal und Umgebung e.V. die eindrucksvolle Anlage. Von der dachlosen, einschiffigen Kirchenruine steht noch der größte Teil des Langhauses und das Westwerk mit einem spätgotischen Glockentürmchen, das inzwischen sogar wieder eine Glocke besitzt. 



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