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Burgen, Schlösser und Ruinen

Schloss Forder- und Hinterglauchau

DE 08371 Glauchau, Schlossplatz 5a

Schloss Forderglauchau wird die zur Stadt Glauchau hin erbaute Erweiterung des Schloss Hinterglauchau genannt. Das Schloss entstand von 1524 bis 1534 im Stil der Frührenaissance. Ernst II. von Schönburg (1486–1534) ließ es durch Steinmetz und Bildhauer Andreas Günther auf dem Gelände der Vorburg von Schloss Hinterglauchau errichten. Notwendig wurde die Erweiterung durch die gestiegene Hofhaltung. Im gleichen Zeitraum wurde auch das vorhandene Schloss umgebaut. Das Aussehen wird durch den zweigeschossigen Ostflügel mit zahlreichen Zwerchhäusern geprägt. Zwischen dem Nordflügel und dem Ostgiebel befindet sich ein sechseckiger Treppenturm, der 1840 erhöht wurde. Durch eine Erweiterung, um zwei Gebäudeteile, am nordwestlichen Teil erhielt das Schloss im Jahre 1799 seine jetzige Form als Dreiflügelanlage.

Schloss Hinterglauchau erhebt sich als Renaissanceschloss am Ort einer zwischen etwa 1180 errichteten Burg der Herren und späteren Grafen von Schönburg. Als um 1470/80 in Sachsen eine Baukonjunktur auf den größeren Adelssitzen einsetzte, wurde auch der Hauptsitz der Herren von Schönburg zu einem standesgemäßen Schloss erweitert. Damals entstand eine geschlossene Anlage um einen in etwa dreieckigen Innenhof, die durch einen Graben von der Hochfläche der Stadt und der Vorburg abgetrennt war. Zwischen etwa 1480 und 1485 wurde der Ostflügel des Schlosses umgestaltet, dessen Dachstuhl dendrochronologisch auf 1483/84 datiert ist und der einen großen Festsaal mit gekehlter Balkendecke im Obergeschoss erhielt. Außerdem wurde ein dreigeschossiger Nordflügel erbaut. Ab etwa 1525 wurde der Nordflügel nach Osten verlängert und mit einem großen Giebel mit Rundbogenabschlüssen versehen. Damals erhielt das Kernschloss seine Schaufassade nach Osten. Im Ostflügel befindet sich die Schlosskapelle mit einer halbrunden Apsis, die in den Graben hineinreicht. Über dieser erhebt sich ein mit Fenstern versehener erkerartiger Turm mit einer fantasievollen Haube mit kugeligen Abschluss. Im 18. Jahrhundert wurden von Graf Albert Christian Ernst von Schönburg umfangreiche Um-bauten in Schloss Hinterglauchau vorgenommen. Der Nordflügel wurde zwischen 1752 und 1764 bis auf das Erdgeschoss abgetragen und neu errichtet. Damals entstanden großzügige Raumfolgen, die durch ein barockes Treppenhaus er-schlossen werden.1860 bis 1861 wurde die Schlosskapelle wieder als Sakralraum hergerichtet. 1864–1865 wurde der Südflügel erneuert.