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Burgen, Schlösser und Ruinen

Burgruine Ehrenstein

99326 Stadtilm, Ehrenstein, Dorfstraße 32, Deutschland

Die heute vorhandenen Mauerreste stammen mehrheitlich aus einer Bauphase im 14. Jahrhundert. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass die Burg im 12. Jahrhundert angelegt wurde und bereits vorher eine schwächere Befestigung existierte. Ein großer Ausbauschub fällt in die Mitte des 14. Jahrhunderts, als Graf Günther VVVIII. kaiserlicher Hofmeister und Hofrichter war und seine Familie einen Höhepunkt ihrer Bedeutung erlebte. Als die Burg 1610 in schwarzburg-rudolstädtischen Besitz zurückkam, war sie in einem schlechten Zustand: Fenster und Metallteile fehlten, Dächer und Mauern waren schadhaft, der Ziehbrunnen mit Schutt gefüllt. Die Burg war zu diesem Zeitpunkt unbewohnt. 1686 wurde das Dach des Haupthauses noch einmal repariert, doch schon 1692 wurde das Schloss vollkommen geräumt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Dachstuhl komplett abgerissen, um das Baumaterial wiederzuverwerten. Die Anlage ist rund 36 Meter lang und meist rund 11 Meter breit, an der schmalen Westseite jedoch nur rund 8 Meter. Am westlichen Ende des Palas stehen die Überreste eines viereckigen Turms. Ob es tatsächlich ein Turm war, ist umstritten, da sich im Palasinneren keine Reste der abschließenden Turmmauer finden. Am östlichen Ende des Palas schließt sich der gut erhaltene, massive Bergfried an, der in besonders solider Weise erbaut wurde. Dieser hat die Ausmaße 7,0 × 10,5 Meter, Mauerstärke 1,7 – 2,5 Meter und ist 25 Meter hoch.[1] Im unteren Teil sind die Mauern bis zu 2,5 Meter dick. Der Zugang zum Turm erfolgte über die Wohnräume im obersten Stock des Mittelbaus. An der Südseite des Bergfriedes, ist noch der kunsthistorisch wertvolle Auslass eines im Bergfriedinneren befindlichen Aborterkers („interner Aborterker“) gut erhalten. Die äußere Umfassungsmauer des Zwingerbereiches ist rund 13 Meter hoch. Der Palasbau wird in seinem Innern durch eine Mauer in zwei Wohnteile geteilt. Der Palas ist vier Stockwerke hoch. Die Mauern im Untergeschoss sind bis zu 2,5 Meter dick. Darüber hinaus sind noch Überreste von vorgelagerten Verteidigungsanlagen vorhanden, so eine Ringmauer mit Schießscharten im Bereich eines internen Tores am Bergfried, und insgesamt drei Rundbastionen. Im Westen, Süden und Osten führt sie direkt am Rand der Felskuppe entlang, im Norden, wo das Gelände weniger steil abfällt, scheint sie die Vorburg und einen Wirtschaftshof umfasst zu haben. Im Nordwesten wurde nach dem Abstürzen eines Teils der Ringmauer eine kurze Mauer mit zwei Rundbastionen angelegt. Gegen den nach Osten höher ansteigenden Buchenberg wurde die Burganlage durch einen Graben und einen weiteren Wall abgeschirmt.



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